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Eine Kirchenführung kann für Gruppen auf Anfrage stattfinden.

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Der Chorraum

Im Chorraum hängt ein flämischer Leuchter, an dessen profi­liertem Schaft sich eine Kugel mit eingravierter Inschrift be­findet: „Johann Pietersen de Haen/ Engel Jansen de Haen/ Anno 1713 Gott zu Ehren und der Kirchen zum Zirath/ diese Krone verehret hat.“ Die beiden Stifter, Brüder von Lorenz de Haen, waren Walfangkapitäne und dankten Gott so für ihre gesunde Heimkehr. Gehalten wird der Leuchter von einem Pelikan, der der Legende nach seine Jungen mit seinem Blut heilt und speist und dadurch zum Symbolvogel für Christus wurde. Auf der linken Seite befindet sich das über 1000-jährige Tauf- oder Weihwasserbecken, aus zwei Granitblöcken gehauen und mit vier Kreuzen der Iroschotten auf der ei-förmigen Kuppa verziert, das nach langer Entfremdung als Regenauffang­becken 1932 in die Kirche zurückkehrte. Von einer großen Katastrophe berichtet die gestiftete Grabtafel an der Wand über dem Granitstein: bei der schweren Sturmflut am 15. März 1744 fanden dicht vor der Insel Sylt 50 Morsumer Seeleute den Tod, die dann später auf dem Friedhof beigesetzt wurden. Auf der anderen Seite befindet sich der Grabstein mit Drei­masterrelief in rotem Muschelkalk des Kapitäns Peter Sparbom (1742-1834).
 
Der Altartisch aus Tuffstein wurde 1933 mit Klostersteinen vergrößert. Dabei wurde der 1738 barock umgestaltete Altar­aufbau abgenommen und in der Form eines mittelalterlichen Flügelaltars mit neuen Seitenflügeln rekonstruiert, mit Figuren ergänzt und an die Nordwand des Chorraums gehängt. Die beiden nicht wieder verwendeten und derzeit verlorenen alten Flügel zeigten vier Ovalbilder: links das von Engeln angebe­tete Christkind sowie Mose, der die Gesetzestafeln empfängt; rechts die Auferstehung und Kreuzigung Christi. Auf ihren Rückseiten ist St. Martins Mantelteilung sowie St. Laurentius’ Martyrium auf dem Rost dargestellt. In der ehemaligen Pre­della war ein verkröpftes Feld mit einem Bild „Christus am Ölberg“.Den ebenfalls verloren geglaubten Mittelteil beschreibt Pastor Martin Flor in seinen „Nachrichten von der Insel Sylt“: der Mittelteil mit der Abendmahlsdarstellung, eingerahmt von gewundenen Weinlaubsäulen. Dieses Gemälde wurde im Jahr 1999 im Zusammenhang mit einer erneuten Restaurierung des Flügelaltars als dessen Rückwand wiederentdeckt. Nach sorg­samer Instandsetzung hat das barocke Altarbild jetzt an der Nordseite des Chorraums seinen Platz gefunden, während der dreiflügelige Altaraufbau, versehen mit einer neuen Rückwand im Mittelteil, den alten, angestammten Platz auf dem Altar­tisch wieder einnehmen konnte. Die neuen Seitenflügel ent­halten nun die alten Apostelfiguren, die bis 1932 teilweise den barocken Altar umrahmten oder den Schalldeckel der Kanzel krönten.
 
Die Apostelfiguren sind mit Attributen versehen: oben links: Petrus mit dem Schlüssel, Matthias mit dem Beil, Thaddäus mit der Keule; unten links: Stephanus mit dem Meßbuch, Philippus mit dem Kreuz, Bartholomäus mit der Bibel; rechts oben: Johannes mit dem Kelch, Andreas mit dem Andreas-Kreuz, Paulus als der Lehrende; unten rechts: Jakobus der Jüngere mit Mütze, Bibel und Tasche, Simon, der Schutzpat­ron der Holzfäller, mit der Säge, Matthäus mit der Bibel und Spieß. Der bis 1932 auf dem Kirchenboden abgestellte, spät­gotische Mittelteil aus dem 15. Jh. zeigt den Gnadenstuhl mit Gottvater und seinem toten Sohn im Arm. Diese Darstellung ist selten, da Jesus nicht als österlicher Christus mit geöffneten Augen dargestellt ist, sondern als Karfreitags-Jesus mit ge­schlossenen Augen (Piéta). Die Taube fehlt. Rechts daneben steht St. Severin, der Kölner Heilige mit Buch und lehrender Gebärde, und links St. Martin von Tours mit dem Bettler, dem er eine Geldmünze reicht. Er ist der Patron dieser Kirche.Das aus Holz geschnitzte Antependium von Alwin Blaue aus Kiel von 1933 stellt einen Lebensbaum mit verschlungenem Rankenwerk und vier Medaillons mit Evangelistensymbolen dar. Der Kirchenvater Hieronymus hat Hesekiel 1,10 Offenba­rung 4,6f. auf die vier Evangelisten gedeutet: Matthäus als ge­flügelten Menschen, weil er primär die Menschheit Jesu schil­dert; Markus als den Löwen, weil er in jüdischer Tradition die Wundertaten Christi in den Mittelpunkt stellt; Lukas als den Stier, weil er das Sühneopfer Christi schildert; Johannes als den Adler, weil er die göttliche Natur hervorhebt.An hohen Festtagen liegt auf dem Altar eine gestiftete Bibel aus Nürnberg von 1662. Daneben stehen die Altarleuchter aus Messing: ein Paar von 1651, ein Paar aus der Mitte des 18. Jh., mit Inschriften versehen.
 
Hinter dem Altar wurden 1932/33 die drei Apsisfenster wieder aufgebrochen und nach Entwürfen von Käthe Lassen, Flens­burg, gefertigt: in der Mitte der segnende Christus mit dem Lamm auf dem Schoß, darüber die Hände Gott-Vaters und die Taube als Symbol des Heiligen Geistes; in den beiden Seiten­fenster die vier Evangelisten. Darunter, in der Apsiswand, ist die alte Tabernakelnische zu sehen.Der hintere, backsteinsichtige Bogen über dem Altar gleicht der Form nach einem Regenbogen und erinnert so an den Noah-Bund (1.Mose 9).

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