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Eine Kirchenführung kann für Gruppen auf Anfrage stattfinden.

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Das Kirchenschiff

Wer die Kirche betritt, findet einen schlichten, romanischen Kirchenraum vor und sieht einen 1932 erneuerten, seit 1986 backsteinsichtigen, korbbogigen Triumphbogen, der auf Kämpfern aus Granit ruht. Er symbolisiert den Sieg Gottes über Tod und Teufel in der Auferstehung Jesu Christi. Der Bogen trennt das Kirchenschiff von dem quadratischen Chor­raum.

Der einzige Schmuck an den Wänden sind drei Tafeln mit den Namen der Pastoren, die seit der Reformation bis zur Gegen­wart in St. Martin Dienst getan haben, und die zwei Bilder eines Tonderner Malers (in Öl auf Holz) mit den Pastoren Urban und dessen Sohn Martin Flor.

 

Der erhabene, schlichte Eindruck des Kirchenraums geht auf eine Restaurierung von 1932 zurück, bei der die Empore an der Nordseite von 1684 entfernt und deren schmalen, hohen Brüstungsfelder an der westlichen Empore angebracht wurden. Dadurch wurde der Blick auf die drei romanischen Fenster der Nordwand frei, die 1968 mit modernen Darstellungen und symbolischen Farben von Frank Öhring, Berlin, versehen wurden. Vom Nordportal aus stellen sie die Einsetzung des hl. Abendmahls am Gründonnerstag; die Kreuzigung, sichtbar an den fünf Wundmalen, dem Kreuz und der Dornenkrone; sowie das leere Grab am Ostermorgen.

 

In der Mitte des Kirchenschiffs hängt ein nach altem Modell gegossener Messingkronleuchter aus Dänemark von 1979.

 

Links neben dem Triumphbogen steht der Taufstein, gefertigt aus drei Blöcken Gotländer Kalksandstein (Mitte des 13. Jh.), in der Form eines Kelches mit Rundbogengliederung an der Kuppa. Die Messingschale mit Wellenranken und aufgerauh­tem Grund stammt aus dem Jahr 1682, die Taufkanne mit dem kreuztragenden Osterlamm aus dem Jahr 1760. Die schmie­deeiserne Arbeit auf dem Taufstein, vom Morsumer Schmie­demeister Ludwig Hein angefertigt, zeigt einen Fisch mit grie­chischen Buchstaben (ichthus), wobei die fünf Buchstaben des griechischen Wortes für „Fisch“ ein kurzes Bekenntnis zu Christus aussagen, um das es bei jeder Taufe geht: i = Jesus – ch = Christus – th = Gottes – u = Sohn – s = Heiland.

Auf der rechten Seite des Bogens steht die Kanzel aus Eichen­holz von 1698. Sie zeigt in sechs Relieffeldern Darstellungen aus dem Leben Jesu (Empfängnis, Geburt, Taufe, Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt). Der Schnitzer hat sein Mono­gramm bei dem Stein der Auferstehungsszene eingesetzt. Er gehört wohl zum Umkreis des Langenhorner Bildhauers Süncke Jenssen. Im Unterteil der Kanzel ist eine Tafel mit den Namen der Pastoren Otto Lorenzen und Urban Flor, 1698, an­gebracht. Der über Jahrzehnte auf dem Pastoratsboden abge­stellte, filigran wirkende Schalldeckel konnte 2004 wieder über dem alten Kanzelkorb aufgehängt werden. Er trägt die Jahreszahl 1656 mit den Initialen des Stifters „HPLD“ (Herr Peter Lobedanz), Morsumer Pastor 1651-1656, dessen Grab­stein im Westen des Friedhofs zu finden ist. Inzwischen ziert wieder eine goldene Taube als Symbol des Heiligen Geistes die Unterseite des Schalldeckels. Hinter der Kanzel hängt ein gestiftetes Holzkreuz.

Über dem Triumphbogen hängt eine Gedenktafel, eine Ton­derner Arbeit in Eiche mit Beschlagwerk. Im Rahmen befin­den sich weibliche, allegorische Halbfiguren: „Weisheit“ (Spiegel) und „Hoffnung“ (Taube). In der Mitte ist in Gold auf schwarzem Untergrund zu lesen: “VNSE KERKE MIT SCHANTZ/ VNDE GRAVEN VAST VORSEKERT BESET IN EINER HAST./ DAT IHAR DARNA IN KORTER VRIST/ DE PEST VNS FLVX GEFOLGET IST - IHEHOVAH BENEDICTIO SUMMA.“ Das Chronistichon ergibt im ersten Vers die Jahreszahl „1628“, im zweiten Vers „1629“. Diese Tafel erinnert an die Befestigung der Morsumer Kirche wider die kaiserlichen Truppen 1628 während des 30-jährigen Krie­ges, über die der Küster Muchel Madis (1572-1659) in seinen Annalen berichtet. Er schrieb, daß am Sonntag vor Himmel­fahrt, dem 18. Mai 1628, kaiserliche Truppen mit Gewehr und Geschütz unter dem Kommando des Leutnants Ernst von Suys mit 400 Mann auf Nösse gelandet und am folgenden Tag mit Mani Bundis und Peter Petersen als Geiseln wieder abgerückt sind. Sie blieben bis zur Zahlung der restlichen Reparations­leistungen in Tondern in Haft. Durch die Pest 1629 verloren viele Morsumer ihr Leben, z.B. starben alle vier Kinder des Morsumer Pastors Johannes Boethius. Trotzdem steht der Lobpreis Gottes unter dieser Tafel, weil Christen sich immer in den Händen Gottes geborgen wissen dürfen.

In den beiden Nischen hinter der Taufe und der Kanzel sind vor der Reformation Seitenaltäre gewesen.

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Eine Kirchenführung für Gruppen kann vereinbart werden.